Auszüge der Geschichte des Rittergutes Brüggen

König Otto I., auch genannt der Große, der Gründer des Heiligen Römische Reiches deutscher Nation, urkundete kurz vor Weihnachten des Jahres 936 auf dem Königshof Brüggen. Otto I. verleiht in der Urkunde der Kirche in Utrecht (Holland) das Münzrecht.

Die Herrscher des frühen Mittelalters reisten seinerzeit von Königshof zu Königshof, mit dem gesamten Hofstaat. Deshalb gab es neben dem Königshof (curtis regia) auch noch das Dorf (villa) Brüggen, in dem Handwerker und Bedienstete wohnten, die für die Logistik zuständig waren und den Königshof versorgten.

Im Jahre 997 schenkte Kaiser Otto III. den Königshof Brüggen mit den Ortschaften Hemmendorf, Banteln und Lehde dem Kloster Essen an der Ruhr. Brüggen wurde dann, wie Papst Innocence III. 1206 ausdrücklich betont, unmittelbar Rom unterstellt.

Als Nachfolger der königlichen Amtsmänner oder Vögte treten in der Verwaltung Klösterlich Gandersheimische Lehnsleute auf; u. a. bis 1360 die "von Bock". Die Familien von Homburg, von Dötzum und von Brüggen wurden schließlich durch die von Steinberg abgelöst, die Brüggen seit 1409 als Afterlehn, seit 1492 ganz als Lehnsbesitz innehatten.

Wo genau mag der Königshof gelegen haben? Wahrscheinlich unmittelbar auf dem Ostufer der Leine, im Bereich des jetzigen Schlosses. Auch die Nachfolgebauten, das Gandersheimsche Castrum und seit 1515 das "feste Haus" der von Steinberg werden dort gestanden haben.

Das jetzige Schloß gilt als eines der bedeutendsten Barockschlösser Niedersachsens. Brüggen ist außerdem Rittersitz im Hildesheimer Land. Das Schloß wurde am 06. Mai 1693 eingeweiht.